Das Buch über die Götter
von Rhianndrah
Seit es Menschen gibt scheint es die Götter zu geben, einen für Recht und Ordnung, einen für das Chaos und alles Böse, Unrecht, Mord und Totschlag und einen um die beiden anderen zur Ordnung zu rufen, wenn alles aus dem Ruder zu laufen scheint. Teraja, Curulum und Heraios nennen sie der Volksmund und die Priesterschaft. Doch welcher Gott ist wofür zuständig und weshalb haben sie ihre Macht so und nicht anders geteilt? Um dieser Frage auf den Grund gehen zu können muss man an die Anfänge der uns bekannten Welt gehen. Vor Jahren gründeten Siedler das Zentrum um welches sich unsere Welt aufbaut: Elteran.
Elteran war am Anfang der Zeit ein kleines Dorf, um Elteran herum lauerten die Gefahren mit denen alle Menschen zu jener Zeit zu kämpfen hatten, Untote und wilde Tiere, um nicht zu sagen, Bestien. Immer mehr Menschen sammelten sich in jenem kleinen Dorf, das es zu dieser Zeit war. Das Dorf wurde zu der einzigen wehrhaften Stadt im Land.
Doch immer wieder kamen Neid, Hass und Missgunst auf, immer wieder meinten Städter gehört zu haben wie eine körperlose Stimme zu ihnen Dinge sprach wie „Schau der da hat mehr wie du, nimm es dir, es ist nicht gerecht, dass er mehr hat, du bist mit ihm gleich auf!” Das dürfte der erste Zeitpunkt gewesen sein an welchem der Curulum auf das Blatt der Geschichte trat, durch seine Weisungen erging es den Elteranern immer schlechter, keiner traute mehr seinem Nächsten.
Nachdem die Elteraner anfingen sich gegenseitig an den Kragen zu gehen, folgte, ohne dass einer wusste weshalb, eine Welle der Nächstenliebe und Fürsorge. Ich denke, dass man diesen Zeitpunkt der Geschichte als Terajas erstes Eingreifen sehen kann. Aber auch die grenzenlose Nächstenliebe hatte ihre schlechten Seiten, einige Menschen vergaßen sich und sorgten sich sozusagen in den Tod.
Es kam zum dritten Akt des Spiels als sich ein kluger Mensch aufraffte, um alle Menschen Elterans zu versammeln, er verkündete bei dieser Versammlung, dass ihm einer der Götter zugeflüstert hätte, er solle sich dem dunklen Gott verschreiben und er nun dessen erster Priester würde. Wer sich seiner Richtung anschließen wolle müsse dies nur offiziell verkünden. Gegen die Erwartungen des jungen Mannes behielt der Gott Recht und er hatte bald einige Anhänger. So kam es zu einem Ausgleich zwischen dem totalen Hass am Anfang der Zeit und der totalen Nächstenliebe in der Zeit danach. Doch dieser Ausgleich schien nicht von langer Dauer zu sein.
Ein wenig später schienen diejenigen, die dem bösen Gott huldigten, in der Überzahl und sie hatten es sich zum Ziel gesetzt diejenigen, die dem Gott des Guten True gelobt hatten, auszulöschen. Eines Tages kam es zu einer seltsamen Begegnung, welche noch im Wortlaut erhalten ist. An dieser Stelle danke ich Heraios Priestern, dass sie mir erlaubten diese Stelle zu kopieren:
Mein Herz schlug wild, die Anderen hatten unser Versteck entdeckt, sie würden kommen und uns alle töten. Ich sah wie sie mit ihren Zaubern unsere Tür aufbrachen, ihnen voran ging ein kleiner Mann, seine Zauber schienen weniger stark als die der anderen, sein Wille war im Kampf auch nicht der eines der wirklich einen Hass auf uns hatte, vielmehr schien er unsicher ob es das Richtige war was er tat. Ich wollte gerade meinen ersten Zauber auf ihn schleudern als uns beide eine Wolke aus gleißendem Licht umstrahlte. Jemand sprach zu uns: „Ihr seid beide des Kämpfens müde, und seht keinen Sinn in der Vernichtung des anderen, warum tut ihr dies?”
Ich antwortete nicht sofort sondern erst zögerlich. War dies ein Gott der zu uns sprach, hatte Teraja unsere Gebete erhört? „Nein ich sehe nicht wirklich den Sinn in diesem Gemetzel”
„Und du, Peritus? Siehst du den Sinn deines Lebens darin die zu jagen die nicht deinem Gott angehören?” „Nein nicht wirklich.” Antwortete der jünger des Bösen zögernd. „Dann folgt mir, werdet meine ersten beiden Priester, ich bin Heraios die Göttin des Ausgleichs. Ihr sollt immer dafür sorgen dass keiner meiner Mitgötter die Anhänger des anderen ganz auslöscht, ich bin die Beschützerin der Schwachen und Schutzlosen.” Ich spürte wie eine starke Macht mich durchströmte. Mit dieser Macht formte ich einen Schutzwall zwischen den beiden Parteien.
Dank dem Eingreifen Heraios beruhigte sich die Lage abermals, vorerst zumindest. So ward jeder Gott bekannt den wir heute kennen, jeder von ihnen hatte sein eigenes Debut gegeben und jeder von ihnen seine Anhänger gefunden.
Mit der Zeit bildeten sich zwei Städte die nahe beieinander lagen, eine die Curulum huldigte und eine die Teraja huldigte. Immer wieder kam es zu blutigen Kriegen zwischen den beiden Orten. Eines Tages jedoch machte Curulum einen schrecklichen Fehler. Er verlieh einem Menschen die Macht, die er selbst hatte. Statt dass dieser Mensch jedoch, wie Curulum es sich erhoffte, Terajas Anhänger zermürbte und vernichtete fing er, von Heraios geleitet, an einen eigenen Kult zu gründen. Die Schlacht, in welcher er geschlagen wurde, sollte zur blutigsten Schlacht werden, die je auf der Erde stattfand. Man schaffte es schließlich mit Mühe und Not Sadek, den Priester, wieder in seine Bahn zu lenken und ihn gefangen zu setzen. Noch heute, so sagt man, treibt er sein Unwesen in einem See. Nachdem sich alle gegen Sadek verbündet hatten erkannten Anhänger aller Seiten dass die Anhänger der jeweiligen Gegenseite auch nur Menschen waren und man beschloss wieder gemeinsam in eine einzige Stadt zu ziehen. Um jedoch den Kriegslustigen eine Möglichkeit zu geben sich zu bekämpfen,
entschieden die Götter dass jene Fünf Schreine gebaut werden sollten, welche heute noch im Kampf um die Schreine aktiv sind.
geschrieben von: Theana